INGOLF TURBAN – VIOLINE

Verehrte Freunde der Musik!


Fast ein Jahr lang hatten Sie meinen Katzen-Text an dieser Stelle über sich ergehen lassen müssen. Doch nun kommt es noch schlimmer: Es sind jetzt lauter leise und versteckte Fragen, die hier lauern und vielleicht auch Sie beschäftigen werden.
Denke ich an nur dieses eine Jahr, das vergangen ist seit meinem letzten Begrüßungstext, so frage ich mich inzwischen Folgendes:

Hätte ich mir je vorstellen können, dass es inzwischen Menschen gibt, die es wagen, Menschen herabwürdigend zu klassifizieren, nur weil sie in ihrer Not zu uns streben?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass ich allein in 2016 drei CD-Produktionen
einspielen darf?

Hätte ich mir je vorstellen können, auf unserem Garagendach erfolgreich Salate anbauen zu können?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass es ein erfülltes und sogar beschwingtes Leben auch nach dem Tode meiner geliebten Mutter geben könnte?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass sich ein inzwischen fast albern wild gewordener Kapitalismus in unsere Alltagsköpfe gebohrt hat?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass so unfassbar wunderbare Talenteder Musik allüberall nachwachsen und händeringend Unterstützung ersehnen?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass Teile unseres Volkes auf eine neue Partei hereinfallen, deren drei Buchstaben musikalisch nichts weiterbedeuten als einen ziemlich primitiven d-moll-Akkord in zweiter Umkehrung, sozusagen eine „pervertierte de-mol(l)ierende Alternative“?

Hätte ich mir je vorstellen können, vor mir selbst zu vertreten, alltags schonend elektrisch und sonntags extrem sportlich Auto zu fahren?

Hätte ich mir je früher einmal vorstellen können, maximale Energie mit völligem Verzicht auf Fleisch zu erlangen? Und nun schon zehn Jahre lang?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass die historisch vielfach belegbareTatsache, einen Weltfrieden nicht herbeibomben zu können, immer noch nicht in gewissen(losen) verantwortlichen Köpfen gelandet ist?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass Stille das schönste Geschenk ist, das man mir machen kann?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass gerade Menschen, die laut auf Freiheit pochen, sich derart distanzlos den digitalen Medien unterwerfen und ihr Selbst verkaufen?

Hätte ich mir je vorstellen können, wie erfüllend es ist, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Asylsuchenden zu wohnen und vielfältige herzvolle Kontakte aufzubauen?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass es vereinbar geworden ist, eine tragende Musikkarriere leben zu dürfen und gleichzeitig frei in Entscheidungen zu sein?

Hätte ich mir je vorstellen können, dass ein ganzer von Freiheitsliebe und Großzügigkeit durchdrungener Kontinent seine eigenen Werte möglicherweise in Frage zu stellen droht?

Hätte ich mir je vorstellen könne, alle solche Fragen Ihnen in dieser digitalen Öffentlichkeit zu präsentieren?

Und: Hätten Sie sich all das je vorstellen können?

Was ich mir vorstellen kann, sind nach wie vor die Kraft und der Zauber der Töne als dringendes und befriedendes Innehalten.
Mehr bin ich nicht imstande zu geben, aber auch nicht weniger. Wo das Wort aufhört, fängt vielleicht die Vorstellung erst an. Zumindest die Vorstellung über die Vorstellung.

Herzlichst – Ihr Ingolf Turban

Persönlich kommt von Durchklingen
Ein Interview das wir auf dieser Seite nicht vorenthalten wollen.Fahrrad
Ingolf Turban gab es am 19. Oktober 2015 dem Magazin VAN.
Er spricht über Musik und Musizieren in der Gegenwart.
Lesen Sie das gesamte Interview hier.

 

Amati einmal anders….

…das altehrwürdige Deutsche Streichtrio schlüpft neu…DS3_schluepft

 

 

 

 

 

 

 

 

‚Augen der Erde‘ – Uraufführung

Augen2IMG-20150528-WA001Am 24.04.2015 spielte Ingolf Turban die Uraufführung des Ihm gewidmeten Violinkonzertes „Augen der Erde“ von Enjott Schneider in Bad Reichenhall.
Im Mai 2015 spielte er das Konzert mit dem Deutschen-Symphonie-Orchester Berlin in Berlin auf CD ein.

Das nebenstehende Bild zeigt Ingolf Turban, Enjott Schneider und Andreas Meurer (Verlag Ries & Erler) während der Einspielung des Konzertes mit dem DSO Berlin.